Von Seelenbabies und Sternenkindern
Nach dem Besuch beim Endokrinologen habe ich – mit Vitamin B12 im Gepäck als einzige Unterstützung – der Natur erstmal wieder ihren Lauf gelassen. In zwei der folgenden Zyklen habe ich tatsächlich positive Schwangerschaftstests hervorgebracht – die aber leider nicht positiv blieben. Soviel vorab...
Ich erinnerte mich daran, dass ich auch im Sommer schon in zwei Zyklen Linien auf Tests entdeckt hatte, diese aber als „Verdunstungslinien“ abgetan hatte (obwohl sie innerhalb der Ablesezeit erschienen), weil ich schon seeehr genau hinschauen musste, um sie zu entdecken. Gut, ich hatte jeweils seeeehr früh getestet, immer auf einen Verdacht hin, da konnten die auch gar nicht stärker anzeigen, weil vermutlich einfach zu wenig HCG im Urin vorhanden war, aber als ich dann zwei, drei Tage später wieder getestet habe, waren sie jeweils blütenweiß, und somit lag in meinen Augen die VL-Theorie nahe. Auf die Idee, mit einem weiteren Test zu schauen, ob dort auch eine Linie erscheint, bin ich zunächst gar nicht gekommen... Aussagen wie: „Also: Wenn ich eine Verdunstungslinie gesehen habe, war ich definitiv schwanger. War ich es nicht, blieb der Test weiß.“ oder „Ich hab schon so viele Schwangerschaftstests gemacht, aber ich sehe nicht mal, wo diese verdammte zweite Linie erscheinen müsste.“ von verschiedensten Seiten machten mich im Nachhinein jedoch stutzig, und so bestellte ich mir im Internet einen neuen Schwung Schwangerschaftstests unterschiedlicher Sensitivität.
Für unwissende MitleserInnen: Schwangerschaftstests kann jede Frau zu Hause selbst durchführen. Sie weisen das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) im Urin nach. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen und Sensitivitäten: Je sensitiver der Test, desto früher kann man ihn anwenden. Einfache diagnostische Streifentests kosten im Gegensatz zu den hübsch anzuschauenden, aber im Prinzip mit gleichem Inhalt versehenen teuren „Kassettentests“ aus der Apotheke oder Drogerie nicht die Welt; einen 20er-Pack bekommt man schon für nicht mal eine Handvoll Euros. Immerhin muss man also nicht zwangsläufig arm werden, weil man eben einen höheren Verbrauch an Schwangerschaftstests hat als die „Otto-Normal-Kinderwünschende“.
Dann kam der Zyklus, in welchem ich um den Eisprung herum von meinem Seelenbaby träumte. Es war ein emotional sehr herausfordernder Zyklus, denn ein paar Tage nach diesem Traum erfuhren wir, dass ich wieder Tante werde und dass eine Freundin „mal eben so“ und absolut ungeplant schwanger geworden war. Besonders für meine Schwester freute ich mich sehr, aber uneingeschränkt glücklich machte es mich nicht, und so vergoss ich jener Tage ein paar Tränen. Meinem Lieblingsmenschen ging es da ähnlich, unsere mittlerweile 10-monatige Kinderwunsch-Zeit zerrte schließlich auch an seinen Nerven.
Am 12.10.2012 hielt ich dann das erste Lebenszeichens unseres Seelenbabys in der Hand: Ein hauchzarter zweiter Strich, diesmal nicht nur auf einem sondern gleich auf mehreren Tests unterschiedlicher Sensitivität ließ mich mit klopfendem Herzen vorsichtig jubilierend und sehr verwirrt zurück. Meinem Lieblingsmenschen erzählte ich nichts davon, hatte ich doch schreckliche Unterleibsschmerzen wie vor der Mens. Außerdem hatte ich mir sowieso vorgenommen, ihm – sollte ich jemals schwanger werden – erst davon zu erzählen, wenn es mir ein digitaler Schwangerschaftstest in Worten verklickert, und diesen wollte ich wiederum erst machen, wenn ich wirklich sicher sein könnte, schwanger zu sein (der ist nämlich richtig teuer...). Auch die Tests am nächsten Tag waren positiv. Doch am 15.10.12 fiel die Basaltemperatur und gegen Abend kündigte sich die Mens an. Ein Test, den ich zur Sicherheit ein paar Tage später machte, bestätigte, was ich eh schon wusste: Ich war nicht (mehr) schwanger. Als sich Ähnliches im folgenden Zyklus wiederholte, beschloss ich, vorerst nicht mehr zu testen – vielleicht, um mich selbst zu schützen...
Am 9.12.12, dem „Worldwide Candlelighting“, brannte auch in unserem Fenster eine Sternenkinder-Kerze, und mein Pandorra-Armband ziert seither ein Sternchen-Charm...
kraantje am 24. Juni 13
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